Kranz

Viele Symbole erfuhren im Laufe der Zeit einen Bedeutungswandel, die Symbolsprache des Kranzes ist jedoch nahezu unverändert geblieben. Aus seiner geschlossenen Kreisform ist seine symbolstiftende Kraft ablesbar. Er ist Ausdruck, dass das Leben mit dem Tod nicht zu Ende ist, Trost für die Hinterbliebenen und Zeichen weiterer Verbundenheit, aber auch eine Krone des ewigen nicht endenden Bundes, die den Toten schützt und Unheil abwehrt.

Im Altertum war der Kranz festlicher Schmuck bei Opfern und Gelagen und Schmuck der Sieger im Krieg oder bei Wettkämpfen. Im Alten Testament stellte er ein Zeichen von Ruhm, Ehre und Freude dar, es gab Huldigungs-, Sieger-, Braut- und Ehrenkränze. Im Neuen Testament wurde der Kranz zum Symbol im Glaubenskampf. Der Kranz als unvergängliche Krone, sich abhebend vom vergänglichen Siegerkranz.
Er wurde zum Symbol des Lebens, der Gerechtigkeit und des Versprechens auf ewiges Leben. Der Kranz der Herrlichkeit erschien nun auf christlichen Grabplatten, Grabsteinen und Sarkophagen.
Schon 1000 v.Chr. ist der Kranz auch als Grabbeigabe für die Toten bei Ägyptern, Griechen, Römern und Germanen nachweisbar.

Der "Römerkranz" des antiken Roms wurde auf frühchristlichen Bildwerken bald mit dem Monogramm Christi versehen verwendet. Er wurde zum Sinnbild des Sieges über die antike Götterwelt. Mit der Verbreitung des Christentums wurden Kranz und Krone dann zu einer sinnbildlichen Ehrengabe für ewiges Leben, mit der man den Sarg Verstorbener ziert.

Quelle: Dr. Klaus Dirschauer, 2002

    



Aeternitas e.V. - Verbraucherinitiative Bestattungskultur, Dollendorfer Straße 72, 53639 Königswinter
www.aeternitas.de, info@aeternitas.de